Dienstag, 22. September 2009

endlich wieder theater!

War nach der Sommerpause und der Internetlosigkeit endlich wieder im Theater. Es hat sich gelohnt!

Mittwoch, 16. September 2009

Telekommunikationsdienstanbieter

Jetzt, da ich nach 5 Wochen Trockenzeit endlich wieder einen Internet- und Telefonanschluss zu Hause habe, wird es Zeit für ein neues Pamphlet, das gleichzeitig eine endültige Antwort auf "Wieso? Rechnung nicht bezahlt?" liefert.

Es geschah einmal, vor viel zu langer Zeit, dass mein Vertrag beim Telekommunikationsdienstanbieter X auslief. Das war auch gut so, denn X hatte einige unangenehme Macken, die mich veranlassten zu kündigen. Daran konnte auch das obligatorische "Können wir ihnen nicht doch noch das Gleiche zu einem faireren Preis anbieten?"-Gespräch nichts ändern. Jedenfalls war mir 2 Monate vorher eine zu dick geschminkte, unterbezahlte Promoterin (?) über den Weg gelaufen, die mir passenderweise einen neuen Vertrag unterjubeln wollte. Während sie mir erklärte, ich würde bei ihr selbigen noch nicht abschließen, sondern nur ein Werbepaket anfordern, dass ich bei Nichtgefallen einfach wegwerfen könnte, gesellte sich ein etwas glaubwürdigerer Kollege hinzu und drängte sie weg. Dieser erklärte mir nun, der Telekommunikationsdienstanbieter V, den er vertrat, führe zur Zeit eine Aktion durch, die ihn viel billiger mache als alle Konkurrenten. Ich würde jetzt noch keinen Vertrag abschließen, sondern zu einem Wunschtermin, den ich angeben konnte, ein Formular zugeschickt bekommen. Dieses könnte ich dann entweder ausfüllen und zurückschicken oder ablehnen, ohne dass es irgendwelche Folgen hätte. Da V in der Tat recht günstig schien und das Angebot gelegen kam, kritzelte ich meine Anschrift (und nur diese) auf einen Zettel. Unterschrift war nicht erforderlich, ein gratis W-LAN-Modem würde ich auch noch erhalten und die 16.000-er Leitung für 0€ dazu. Nachdem ich mich mehrfach versichert hatte, dass ich erst in 4 Wochen (so war mein Wunschtermin) Papiere bekommen würde, die darüber entscheiden würden, ob ich bei V Kunde werden will oder nicht, begab ich mich nun heim.

Vier Wochen später erhielt ich tatsächlich ein Schreiben vom Telekommunikationsdienstanbieter V, das allerdings nichts auszufüllen erlaubte, sondern erklärte, wann ich meinen Anschluss bekommen würde. Da bis Zur Abschaltung noch 4 Wochen Zeit waren, nutzte ich mein noch vorhandenes Telefon, um bei V anzurufen und nach dem Tarif zu fragen - einen Anschluss brauchte ich ja immer noch, warum also nicht behalten? Der Tarif war wie abgemacht, der unpassende Anschlusstermin sollte verlegt werden. Nachdem dieser immer wieder genau in die 10 Tage gelegt wurde, in denen ich verreisen wollte, telefonierte ich täglich mit Vs Kundendienst, wobei mir unter anderem gesagt wurde, man erreiche mich unter der angegebenen Telefonnummer nicht. Da ich überhaupt keine Nummer angegeben hatte, rief ich ein weiteres Mal die (bei V immerhin kostenfreie) Hotline an und hatte das Glück - nach etwa 8 Gesprächen (in 10 Tagen) - einen kompetenten Mitarbeiter an den Hörer zu bekommen. Als ich diese erklärte, die Phantasienummer im System gehöre mir nicht, schlug er vor, die übrigen Daten ebenfalls abzugleichen. Man weiß ja nie, was der Vertreter sich sonst noch ausgedacht hat. Es stellte sich heraus, dass er in der Tat recht kreativ war. Die 16.000-er Leitung war im System nämlich mit einem Zuschlag versehen, außerdem hatte ich offenbar ohne mein Wissen ein kostenpflichtiges Viruspaket bestellt. Der nette Mensch am Telefon hatte Verständnis für meine Unzufriedenheit, konnte jedoch nichts an den Angaben ändern, so dass ich meinte, ich würde meinen Vertrag widerrufen. Dabei entgegnete er, das sei nicht möglich, der Vertrag laufe ja schon seit 5 Wochen. Das veranlasste mich, ihm die Geschichte über den glaubwürdigen Mann auf der Straße und dessen Versprechungen zu erzählen. Daraufhin schlug der Servicemitarbeiter eine fristlose Kündigung auf Kulanz wegen Betrugs vor, die ich am nächsten Tag an V schickte. Etwa eine Woche würde es wohl dauern, bis ich eine Antwort erhalten würde.

Drei Wochen später rief ich immer noch täglich bei V an - nun vom Handy, da mein Vertrag bei X mittlerweile abgelaufen und der Anschluss nicht mehr vorhanden war. Nachdem mir etwa 5 nett klingende, aber dumme Frauen gesagt hatten, die Kündigung sei in Bearbeitung ("..., kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"), erwischte ich einmal mehr einen kompetenten Kollegen. Diesem erzählte ich zum sechsten Mal, weshalb ich schnellstens wissen wollte, was man 3 Wochen lang mit einer Kündigung machen kann, außer eine Bestätigung zu schicken oder sie abzulehnen. Er hörte sich alles an, teilte mir mit, die Firma, über die mein Vertrag abgeschlossen worden war, sei bekannt dafür, ohne das Wissen der Kunden kostenpflichtige Optionen hinzuzufügen oder gar komplette Verträge abzuschließen. Deshalb gäbe es in meinem Fall wegen der Kündigung überhaupt keine Fragen. Er würde das klären und in 10min bescheid sagen, zu welchem Termin die Kündigung erfolgen würde. In der Tat klingelte gleich mein Telefon, mir wurde mitgeteilt, ich würde am Fogletag eine schriftliche Bestätigung erhalten, dass der Vertrag in 10 Tagen aufgelöst würde. Viel Spaß mit meinem neuen, künftigen Anschluss und so weiter... Seltsam, dass etwas, was 3 Wochen auf sich warten lässt, sich auch in 10min regeln lässt.

Am nächsten Tag begab ich mich einmal mehr in ein heimisches Internetcafé und beantragte einen neuen Anschluss beim Telekommunikationsdienstanbieter A. Wenn ich meine Widerrufsfrist verzichtete, würde es nur 7-10 Tage dauern, da wäre gar kein Problem. Super, her damit! So schnell, wie möglich! Einige Zeit später bestätigte mir ein Brief vom Anbieter A, dass ich nur 4,5 Wochen nach meinem Antrag einen Anschluss bekommen würde. Toll, danke! In der Zwischenzeit erhielt ich zum Abschied vom Anbieter V eine Rechnung über den Monat, in dem ich den nicht vorhandenen Telefonanschluss und das ebensowenig vorhandene DSL nicht nutzen konnte.

Daraus lernen wir:
1. Derjenige, der den Vertrag abschließt, muss
a) nichts davon wissen oder
b) irgendetwas unterschreiben.
2. Was immer auf dem Durchschlag stehen mag, es muss nicht mit den Angaben im System identisch sein.
3. Fristen zu Ungunsten des Kunden sind immer 3-4 Mal so lang, wie angegeben.
4. Auch wenn man keinen Anschluss in der Wohnung hat, kann man eine Rechnung darüber bekommen.
5. 90% der Mitarbeiter beim Kundenservice erzählen nicht nur etwas anderes, als ihre Kollegen, sie können einem außerdem nicht weiterhelfen.
6. Niemand ist bereit, meine dank fremder Inkompetenz überdimensionierte Handyrechnung zu bezahlen.