Mittwoch, 15. Oktober 2008

verkaufen fetzt nicht

Im Moment versuche ich, mein Auto zu verkaufen. Dabei habe ich einmal mehr festgestellt, dass verkaufen keinen Spaß macht... Ein potentieller Käufer ist suspekter als der nächste und alle haben sie eine Krankheit gemein: Sie lieben es, mir aufzuzählen, was sie an meinem Auto reparieren oder ausbessern lassen wollen und zu behaupten, die Reparaturen seien ein Grund, den Kaufpreis zu halbieren. Ich habe beispielsweise überhaupt kein Verständnis dafür, dass jemand bei einem 12 Jahre alten Kleinwagen alle Kratzer lackieren lassen will. Es ist ja nicht so, als hätte das Auto einen Prestigewert und müsste idealerweise frisch und schön aussehen. Da einige von den Kandidaten das Auto für einen Fahranfänger kaufen wollen, scheint mir dieses Vorhaben noch sinnfreier, weil der Wagen in diesem Fall nach einigen Monaten vermutlich sowieso wieder zerkratzt ist. Außerdem scheint mir nach diesem Argumentationsmodell auch sinnvoll zu sein, dass ich den Käufern alle Reparaturen, die ich in den vergangenen Jahren vornehmen ließ, aufzähle und den Kaufpreis deswegen verdopple. Davon abgesehen, dass man an einem Wagen bis zum Bankrott und darüber hinaus immer weiterbauen kann, weil sich mit Sicherheit immer noch was finden wird, das man einbauen, austauschen und polieren lassen kann...
Vorgestern erzählten mir zwei junge Herren eine Geschichte, die so eigenartig war, dass die einzige sinnvolle Erklärung die war, dass sie das Geld, das sie mir geben wollten, vorher zu Hause gedruckt haben. Zumindest wüsste ich keinen anderen Grund, weshalb man den Wagen 21h im Dunkeln sofort kaufen müsste, ohne ihn am Folgetag noch einmal bei Licht zu sehen. Die "offizielle" Geschichte, es sei ein Geschenk für die Freundin (im Wert von ca. 1000€), die unbedingt HEUTE abend damit überrascht werden soll, schien mir doch etwas seltsam. Außerdem ließ die Art der Kommunikation dieser Geschichte keine Zweifel darüber, dass sie vorher auf der Hinfahrt erfunen worden war. Irgendwie muss man es ja begründen, dass man anruft, eine Stunde später den Wagen im Dunkeln sieht, natürlich eine dreistellige Summe Bargeld dabei hat und sofort bereit ist, ihn zu kaufen. Sehr seltsam, das alles.
Auch wenn es zum Teil witzig ist, langsam aber sicher verlässt mich die Neugier auf die potentiellen Käufer, die da noch kommen mögen...

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