Samstag, 25. Oktober 2008

"bleibt fröhlich"

Nachdem am 10. Oktober ihre aktuelle Platte (ja, auch als solche erhältlich) erschienen ist, beglücken uns "Bohren & der Club of Gore" nun mit einer Europatour.
In ca. einer halben Stunde spielen sie in Dresden. Leider bin ich nicht dort, sondern zu Hause. Gesehen habe ich die Herren jedoch trotzdem, nämlich vorgestern in Berlin.
In einem (fast) dunklen Raum, die Instrumente (und die eine oder andere spielende Hand oder ein Kopf) beleuchtet von einzelnen, die Farbe wechselnden Lichtern ... vier Männer in schwarzen Anzügen und schwarzen Hemden ... erstaunlich monotone Ansagen ... merkwürdige Geräusche wie eine Mischung aus gregorianischem Mönchsgesang und einem synthetischen Rauschen ... dramatische stumme Schreie (bei der Erzeugung dieser) ...
Alles in allem sehr schön, sehr gut und entspannend. Gestört wurde das Ganze nur durch gar witzige Scherzkekse, die der Ansicht waren, "auflockernde", "witzige" Sprüche von hinten schreien zu müssen... um mit diesen vorzugsweise eine der wundervollen Ansagen zu unterbrchen.
Eine solche soll auch den Abschluss und das Fazit bilden:
"Das nächste Stück ist, wie alle unsere Stücke, komponiert nach dem Motto: ,Keine Möbel, aber 'ne Putzfrau'."


20.10.in Münster

Mittwoch, 15. Oktober 2008

verkaufen fetzt nicht

Im Moment versuche ich, mein Auto zu verkaufen. Dabei habe ich einmal mehr festgestellt, dass verkaufen keinen Spaß macht... Ein potentieller Käufer ist suspekter als der nächste und alle haben sie eine Krankheit gemein: Sie lieben es, mir aufzuzählen, was sie an meinem Auto reparieren oder ausbessern lassen wollen und zu behaupten, die Reparaturen seien ein Grund, den Kaufpreis zu halbieren. Ich habe beispielsweise überhaupt kein Verständnis dafür, dass jemand bei einem 12 Jahre alten Kleinwagen alle Kratzer lackieren lassen will. Es ist ja nicht so, als hätte das Auto einen Prestigewert und müsste idealerweise frisch und schön aussehen. Da einige von den Kandidaten das Auto für einen Fahranfänger kaufen wollen, scheint mir dieses Vorhaben noch sinnfreier, weil der Wagen in diesem Fall nach einigen Monaten vermutlich sowieso wieder zerkratzt ist. Außerdem scheint mir nach diesem Argumentationsmodell auch sinnvoll zu sein, dass ich den Käufern alle Reparaturen, die ich in den vergangenen Jahren vornehmen ließ, aufzähle und den Kaufpreis deswegen verdopple. Davon abgesehen, dass man an einem Wagen bis zum Bankrott und darüber hinaus immer weiterbauen kann, weil sich mit Sicherheit immer noch was finden wird, das man einbauen, austauschen und polieren lassen kann...
Vorgestern erzählten mir zwei junge Herren eine Geschichte, die so eigenartig war, dass die einzige sinnvolle Erklärung die war, dass sie das Geld, das sie mir geben wollten, vorher zu Hause gedruckt haben. Zumindest wüsste ich keinen anderen Grund, weshalb man den Wagen 21h im Dunkeln sofort kaufen müsste, ohne ihn am Folgetag noch einmal bei Licht zu sehen. Die "offizielle" Geschichte, es sei ein Geschenk für die Freundin (im Wert von ca. 1000€), die unbedingt HEUTE abend damit überrascht werden soll, schien mir doch etwas seltsam. Außerdem ließ die Art der Kommunikation dieser Geschichte keine Zweifel darüber, dass sie vorher auf der Hinfahrt erfunen worden war. Irgendwie muss man es ja begründen, dass man anruft, eine Stunde später den Wagen im Dunkeln sieht, natürlich eine dreistellige Summe Bargeld dabei hat und sofort bereit ist, ihn zu kaufen. Sehr seltsam, das alles.
Auch wenn es zum Teil witzig ist, langsam aber sicher verlässt mich die Neugier auf die potentiellen Käufer, die da noch kommen mögen...