Donnerstag, 1. April 2010

Die Schande der Humboldt-Universität.
Ein Besuch im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Nach einer langen Zeit des Schweigens habe ich endlich Zeit und Anlass, einen längeren Eintrag zu schreiben.
Den Anlass stellt das inzwischen nicht mehr ganz neue Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, die Zentralbibliothek der HU Berlin, die letztes Jahr aus dem Boden gestampft und am 19. November 2009 (nach einem einmonatigen Testlauf, bei dem die gröbsten Fehler noch vorab verdeckt werden konnten) feierlich eröffnet wurde. Den lang ersehnten Bau, den die Studenten wie alle anderen eine ganze Weile lang lediglich als recht imposanten Würfel aus der S-Bahn heraus sehen durften, entwarf der Schweizer Architekt Max Dudler. Ob - wie unter Studenten gemunkelt wird - er tatsächlich ursprünglich die Garderobe vergessen hat, so dass sie nachträglich Platz finden musste, wo noch welcher war, sei dahingestellt. Jedenfalls ist das Gebäude durchaus beeindruckend, leider live nicht halb so chic wie auf den schönen Bldern in der Zeitung, aber genau deswegen ist es ja auch vor allem (und ausschließlich) für die Presse geeignet. Die griff auch gleich voll stolzer Freude auf, dass die Zentralbibliothek der HU nun endlich ein eigenes Gebäude hat, welches außerdem den größten zusammenhängenden Freihandbestand im deutschsprachigen Raum beherbergt. Mit Zahlen wird auch freudig um sich geworfen: 75,5 Mio.€ hat der Bau gekostet, 1,5 Mio. von den 2,5 Mio. Medien im Besitz der Bibliothek sind frei zugänglich, 1250 Sitzplätze gibt es zum Arbeiten; der ameikanisches kirschholzgewordene Stolz schlechthin, der zentrale Lesesaal mit 252 Arbeitsplätzen ist 70m lang und 20m hoch usw.usf.
Was die Presse noch nicht weiß ist, dass die neue Universitätsbibliothek schlicht und tragisch auf allen erdenklichen Ebenen dysfunktional ist. Sie platzt nur so vor Zahlen (s. arcguide-Eintrag), lässt sich auf Photos prima in Szene setzen und folgt im allgemeinen dem Grundsatz "Universität wäre ein toller Ort, wenn es keine Studenten gäbe". Die Zahl, die bei minimalem Nachdenken bereits stutzig macht, sind die Sitzplätze im Gebäude... Die Bestände der zentralen Bibliothek sowie 12 Zweigbibliotheken sind im Grimm-Zentrum zusammengeführt - 1250 Arbeitsplätze?Aber ich will von vorn anfangen.
Stellen wir uns vor, wir möchten ein bereits ausgeliehenes Buch im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum abgeben, ein Buch aus dem Präsenzbestand vor Ort lesen und ein entleihbares Buch ausleihen und sehen wir uns an, wie so etwas in der neuen Vorzeigebibliothek von statten gehen kann (geschöpft aus eigenen Erfahrungen einer Studentin).
Wir nähern uns dem Gebäude - "Oh, das ist aber groß!" -, an der Front sind lauter schöne Drehtüren, durch die man hineingelangt... und wenn man körperlich eingeschränkt ist? Durch eine solche Drehtür kann man sich womöglich mit Gehhilfen schon nicht durchquetschen, ein/e RollstuhlfahrerIn darf angemessene Türen an den Seiten des enormen Gebäudes suchen. Der Türöffner war bis vor kurzem so angebracht, dass er vom Rollstuhl aus nicht erreichbar war (wozu auch, ist ja nur Deko), jetzt wurden die Türöffner neu platziert - wie körpelich Eingeschränkte durch das vergangene Wintersemester gekommen sind, weiß ich nicht. Aber weiter. Wir betreten mit unserem abzugebenden Buch das repräsentative Foyer und sehen rechts einen Rückgabeautomaten - "Die Verbuchung ausgeliehener Werke erfolgt vollautomatisch" (Morgenpost) - ... und eine Schlange von ca. 10 Leuten. Nachdem wir knapp 20min angestanden haben - man müsste meinen, die Bedienung eines so primitiven Automaten müsse zumal Studierenden leichter fallen -, schieben wir unser Buch wie angezeigt in den Automat, der es immer wieder ausspuckt und meint, es gehöre nicht zum Bestand. Wir stellen uns ein zweites Mal an, diesmal am Schalter mit einer doppelt so langen Warteschlange, denn in der Zentralbibliothek einer Universität mit 30.000 Studenten ist nur ein Rückgabeschalter besetzt (dass nicht alle Studierenden diese Bibliothek nutzen wird vielleicht dadurch aufgewogen, dass es auch eine öffentliche Bibliothek ist). Nach etwas über 40 Minuten sind wir das Buch endlich losgeworden, auf die Frage hin, warum der Automat es nicht wollte, entgegnet die Mitarbeiterin "Ja, das ist manchmal... das funktioniert manchmal nicht richtig." - Ach so, alles klar. Danke!
Eine schmale Treppe führt uns ins Untergeschoss, wo wir uns in einem zu kleinen Raum voller schwarzer Spinde und frustrierter Studenten finden: die sogenannte Garderobe. Die Schließfächer sind so wenige, dass besonders kluge KommilitonInnen offenbar von Anfang an dazu übergegangen sind, die Türen im offenen Zustand zuzusperren und die Schlüssel zu klauen (eine Pfandmünze braucht man hier nicht). Mehr als die Hälfte der Spinde stehen also offen, ohne Schlüssel - wer immer einen mitgenommen hat, darf sich des Monopols über ein Schließfach in einer öffentlichen Einrichtung freuen. Diese Garderobe ist - teils durch Fehlkonstruktion, teils durch daraus resultierende Asozialität der Nutzer - unbenutzbar. In seltenen Fällen erwischt man jemanden, der gerade gehen möchte und kann sich anstellen, um ein Schließfach zu ergattern. Kürzlich hat das Grimm-Zentrum eine zweite, provisorische Garderobe eröffnet, auf dem "Kubus": personalbetrieben, aber nur Mo.-Fr. (die Bibliothek ist 7 Tage in der Woche geöffnet). Wieder eine Schlange, ein(!) angekotzter - anders kann man es nicht ausdrücken - und im schlimmsten Fall schmerzhaft langsamer Angstellter, der die Jacken und Taschen entgegennimmt. Die Garderobenständer reichen nicht, der Großteil wird auf dem Fußboden oder auf roten Ledersesseln (chic muss es sein) abgelegt. Unser Notebook dürfen wir unter den Arm nehmen, die üblichen Tragekörbe sind Rarität und werden nach 10 Uhr nicht mehr gesehen.
Nach etwa einer Stunde sind wir endlich in Reichweite des deutschlandweit größten Freihandbestandes angelangt, vorbei an der Security, mit einem Gefühl der Bombensicherheit, umgeben von vertikalem Design, das eher an ein Gefängnis als an ein Buchregal erinnert. Wir finden unser Buch und suchen einen Sitzplatz - an dieser Stelle werden alle auflachen, die dieses Kunststück zwischen 10 und 20 Uhr schon einmal versucht haben. Freie Arbeitsplätze gibt es im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum nicht. Auch hier möchte man den Kommilitonnen ins Gesicht schlagen, die ihre Sachen abstellen und sich mehrere Stunden lang in die Mittagspause begeben - man will ja danach wieder einen Platz haben - oder die begehrten Plätze dazu nutzen, stundenlang bei facebook zu prokrastinieren, als könnte man das ausschließlich im Grimm-Zentrum machen! Bei stolzen 20 Quadratkilometern Hauptnutzfläche kann mal also viel spazieren und Treppen steigen, bis man endlich einen Platz findet. Ob der optisch eindrucksvolle Lesesaal, in dem man jeden einzelnen von den 1250 Lesenden, die darin Platz finden, seine Wasserflasche aufdrehen hört oder die übrigen Sitzplätze am Rand, bei denen immer wieder Büchersuchende am Lesenden vorbeigehen das schlimmere Übel ist, muss man dabei gar nicht entscheiden, denn dass man die Wahl zwischen mehreren Sitzpläten hätte, passiert im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum sowieso nicht.
Angenommen, auch das ist uns geglückt, jetzt müssen wir nur noch die letzte Hürde meistern: ausleihen. Unser Buch gehörte vorher zum Bestand von drei verschiedenen Zweigbibliotheken, d.h. im Grimm-Zentrum stehen die drei Exemplare jeweils an verschiedenen Standorten, sagen wir im 3. OG, im 4. OG und im 5. OG., was durchaus realistisch ist. Wir laufen alle drei Standorte ab - 20 Quadratkilometer Hauptnutzfläche - und finden keines der drei Exemplare im Regal vor, während der Online-Katalog darauf beharrt, alle drei seien am Standort. Die Mitarbeiterin verrät uns, die müssten dann wohl irgendwo im Haus sein, da könnte man nichts machen. Wenn so etwas einem nicht zum ersten Mal passiert, geht man nicht noch einmal - um sicherzugehen - an die Regale, sondern gleich zum Ausgang. Übrigens, je weiter man sich im Grimm-Zentrum nach oben bewegt, umso schlimmer wird die Luft, außerdem sind die Temperaturen an manchen Stellen unerträglich, was die Website der Bibliothek mit "Die Klimatisierung eines so großen Gebäudes ist äußerst komplex, es dauert seine Zeit bis alle Bereiche optimal klimatisiert sind." kommentiert und um Geduld bittet. ("seine Zeit" - seit Oktober? Jeden Tag? Geduld?)
Inzwischen gab es einen Schichtwechsel beim Garderobenpersonal. Der Mitarbeiter hat festgestellt, dass sein Kollege die Jacken und Taschen ohne erkennbares System auf dem Boden und auf den Sesseln abgelegt hat und sucht entsprechend lange im Haufen. Haben wir endlich unser Hab und Gut wieder, das gewünschte Buch doch nicht ausgeliehen und sind wir mehrere Stunden lang im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum herumgelaufen, können wir diese Fassade einer Bibliothek endlich verlassen.
Hätte die Staatsbibliothek nicht zur Zeit ihre eigenen Schwierigkeiten, würde man liebend gern die Nutzergebühr zu zahlen, um das Grimm-Zentrum zu meiden.
"Schön sollte es sein, funktional und zeitlos." (arcguide)

Schönheit ist bekanntlich subjektiv, vielleicht fühlen sich nicht alle an Gefängnisgitter erinnert und vom amerikanischen Kirschholz erdrückt. Inzwischen sind die Beschwerden durchgedrungen, eine Reihe von Neuerungen soll es im Grimm-Zentrum demnächst geben, dann kommt es vielleicht auch funktionell einer Bibliothek nahe. Bis zum Wintersemester sollen auch die baurechtlichen Vergehen behoben werden - schließlich drohen bis zu 500.000€ Strafe. Diese lässt sich vermutlich schwerer auf andere beteiligte Parteien abschieben, als die Verantwortung - ist doch die Technische Abteilung der HU davon ausgegangen, das Architekturbro habe schon alles richtig gemacht, der Senat davon, die Technische Abteilung habe alles geprüft usw., so dass letztendlich alle alles blind abgenickt haben. Da offenbar erst recht niemand so weit gekommen ist, nach der Benutzbarkeit der Bibliothek zu fragen, würde es auch nicht wundern, wenn die vergessene Garderobe tatsächlich kurz vor der Eröffnung in den noch freien Kellerraum gebaut wurde - anders kann man sich diese Kammer kaum erklären. Wo körpelich eingeschränkte Nutzer ihre Sachen ablegen sollen, bleibt ein Rätsel. Die Gebrüder Grimm rotieren vermutlich wie Propeller in ihren Gräbern, weil ihr Name für das pressefreundliche Museum von einer Bilbiothek herhalten muss.


Links:
arcguide zum Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum
Die Morgenpost zur Eröffnung
Der Tagesspiegel zur Barrierefreiheit im Grimm-Zentrum (Margarete Strokowski)
Die Webpräsenz des Grimm-Zentrums
Auf dem Weg zur Benutzbarkeit: "Verbesserungen" im Grimm-Zentrum

Montag, 2. November 2009

Essaywettbewerb Trash|Culture - jetzt noch schreiben!

Es gibt noch die Möglichkeit, für den Essaywettbewerb (für Studenten) zum Thema "Trash|Culture" Beiträge einzureichen! Die Abgabefrist ist noch bis Sonntag, 8. November 23.59 Uhr verlängert!

12.000-15.000 Zeichen an essaytrash09@gmail.com

Dienstag, 27. Oktober 2009

Theater zum Wegbleiben

Shakespeare einmal mehr so, wie man ihn nicht mag: Der Kaufmann von Venedig am Gorki Theater - mehr hier.

Dienstag, 22. September 2009

endlich wieder theater!

War nach der Sommerpause und der Internetlosigkeit endlich wieder im Theater. Es hat sich gelohnt!

Mittwoch, 16. September 2009

Telekommunikationsdienstanbieter

Jetzt, da ich nach 5 Wochen Trockenzeit endlich wieder einen Internet- und Telefonanschluss zu Hause habe, wird es Zeit für ein neues Pamphlet, das gleichzeitig eine endültige Antwort auf "Wieso? Rechnung nicht bezahlt?" liefert.

Es geschah einmal, vor viel zu langer Zeit, dass mein Vertrag beim Telekommunikationsdienstanbieter X auslief. Das war auch gut so, denn X hatte einige unangenehme Macken, die mich veranlassten zu kündigen. Daran konnte auch das obligatorische "Können wir ihnen nicht doch noch das Gleiche zu einem faireren Preis anbieten?"-Gespräch nichts ändern. Jedenfalls war mir 2 Monate vorher eine zu dick geschminkte, unterbezahlte Promoterin (?) über den Weg gelaufen, die mir passenderweise einen neuen Vertrag unterjubeln wollte. Während sie mir erklärte, ich würde bei ihr selbigen noch nicht abschließen, sondern nur ein Werbepaket anfordern, dass ich bei Nichtgefallen einfach wegwerfen könnte, gesellte sich ein etwas glaubwürdigerer Kollege hinzu und drängte sie weg. Dieser erklärte mir nun, der Telekommunikationsdienstanbieter V, den er vertrat, führe zur Zeit eine Aktion durch, die ihn viel billiger mache als alle Konkurrenten. Ich würde jetzt noch keinen Vertrag abschließen, sondern zu einem Wunschtermin, den ich angeben konnte, ein Formular zugeschickt bekommen. Dieses könnte ich dann entweder ausfüllen und zurückschicken oder ablehnen, ohne dass es irgendwelche Folgen hätte. Da V in der Tat recht günstig schien und das Angebot gelegen kam, kritzelte ich meine Anschrift (und nur diese) auf einen Zettel. Unterschrift war nicht erforderlich, ein gratis W-LAN-Modem würde ich auch noch erhalten und die 16.000-er Leitung für 0€ dazu. Nachdem ich mich mehrfach versichert hatte, dass ich erst in 4 Wochen (so war mein Wunschtermin) Papiere bekommen würde, die darüber entscheiden würden, ob ich bei V Kunde werden will oder nicht, begab ich mich nun heim.

Vier Wochen später erhielt ich tatsächlich ein Schreiben vom Telekommunikationsdienstanbieter V, das allerdings nichts auszufüllen erlaubte, sondern erklärte, wann ich meinen Anschluss bekommen würde. Da bis Zur Abschaltung noch 4 Wochen Zeit waren, nutzte ich mein noch vorhandenes Telefon, um bei V anzurufen und nach dem Tarif zu fragen - einen Anschluss brauchte ich ja immer noch, warum also nicht behalten? Der Tarif war wie abgemacht, der unpassende Anschlusstermin sollte verlegt werden. Nachdem dieser immer wieder genau in die 10 Tage gelegt wurde, in denen ich verreisen wollte, telefonierte ich täglich mit Vs Kundendienst, wobei mir unter anderem gesagt wurde, man erreiche mich unter der angegebenen Telefonnummer nicht. Da ich überhaupt keine Nummer angegeben hatte, rief ich ein weiteres Mal die (bei V immerhin kostenfreie) Hotline an und hatte das Glück - nach etwa 8 Gesprächen (in 10 Tagen) - einen kompetenten Mitarbeiter an den Hörer zu bekommen. Als ich diese erklärte, die Phantasienummer im System gehöre mir nicht, schlug er vor, die übrigen Daten ebenfalls abzugleichen. Man weiß ja nie, was der Vertreter sich sonst noch ausgedacht hat. Es stellte sich heraus, dass er in der Tat recht kreativ war. Die 16.000-er Leitung war im System nämlich mit einem Zuschlag versehen, außerdem hatte ich offenbar ohne mein Wissen ein kostenpflichtiges Viruspaket bestellt. Der nette Mensch am Telefon hatte Verständnis für meine Unzufriedenheit, konnte jedoch nichts an den Angaben ändern, so dass ich meinte, ich würde meinen Vertrag widerrufen. Dabei entgegnete er, das sei nicht möglich, der Vertrag laufe ja schon seit 5 Wochen. Das veranlasste mich, ihm die Geschichte über den glaubwürdigen Mann auf der Straße und dessen Versprechungen zu erzählen. Daraufhin schlug der Servicemitarbeiter eine fristlose Kündigung auf Kulanz wegen Betrugs vor, die ich am nächsten Tag an V schickte. Etwa eine Woche würde es wohl dauern, bis ich eine Antwort erhalten würde.

Drei Wochen später rief ich immer noch täglich bei V an - nun vom Handy, da mein Vertrag bei X mittlerweile abgelaufen und der Anschluss nicht mehr vorhanden war. Nachdem mir etwa 5 nett klingende, aber dumme Frauen gesagt hatten, die Kündigung sei in Bearbeitung ("..., kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"), erwischte ich einmal mehr einen kompetenten Kollegen. Diesem erzählte ich zum sechsten Mal, weshalb ich schnellstens wissen wollte, was man 3 Wochen lang mit einer Kündigung machen kann, außer eine Bestätigung zu schicken oder sie abzulehnen. Er hörte sich alles an, teilte mir mit, die Firma, über die mein Vertrag abgeschlossen worden war, sei bekannt dafür, ohne das Wissen der Kunden kostenpflichtige Optionen hinzuzufügen oder gar komplette Verträge abzuschließen. Deshalb gäbe es in meinem Fall wegen der Kündigung überhaupt keine Fragen. Er würde das klären und in 10min bescheid sagen, zu welchem Termin die Kündigung erfolgen würde. In der Tat klingelte gleich mein Telefon, mir wurde mitgeteilt, ich würde am Fogletag eine schriftliche Bestätigung erhalten, dass der Vertrag in 10 Tagen aufgelöst würde. Viel Spaß mit meinem neuen, künftigen Anschluss und so weiter... Seltsam, dass etwas, was 3 Wochen auf sich warten lässt, sich auch in 10min regeln lässt.

Am nächsten Tag begab ich mich einmal mehr in ein heimisches Internetcafé und beantragte einen neuen Anschluss beim Telekommunikationsdienstanbieter A. Wenn ich meine Widerrufsfrist verzichtete, würde es nur 7-10 Tage dauern, da wäre gar kein Problem. Super, her damit! So schnell, wie möglich! Einige Zeit später bestätigte mir ein Brief vom Anbieter A, dass ich nur 4,5 Wochen nach meinem Antrag einen Anschluss bekommen würde. Toll, danke! In der Zwischenzeit erhielt ich zum Abschied vom Anbieter V eine Rechnung über den Monat, in dem ich den nicht vorhandenen Telefonanschluss und das ebensowenig vorhandene DSL nicht nutzen konnte.

Daraus lernen wir:
1. Derjenige, der den Vertrag abschließt, muss
a) nichts davon wissen oder
b) irgendetwas unterschreiben.
2. Was immer auf dem Durchschlag stehen mag, es muss nicht mit den Angaben im System identisch sein.
3. Fristen zu Ungunsten des Kunden sind immer 3-4 Mal so lang, wie angegeben.
4. Auch wenn man keinen Anschluss in der Wohnung hat, kann man eine Rechnung darüber bekommen.
5. 90% der Mitarbeiter beim Kundenservice erzählen nicht nur etwas anderes, als ihre Kollegen, sie können einem außerdem nicht weiterhelfen.
6. Niemand ist bereit, meine dank fremder Inkompetenz überdimensionierte Handyrechnung zu bezahlen.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Essaywettbewerb Trash|Culture

Student(inn)en der Kulturwissenschaft der HU Belin organisieren einen Essaywettbewerb zum Thema Trash|Culture!
Jeder, der studiert und Lust hat, kann und soll schreiben, das Thema muss selbstveständlich mit Trash zu tun haben, davon abgesehen ist es frei aus dem Bereich Kultur und Medien zu schöpfen.

Inspirationen und Details gibt es auf der Internetpräsenz, Einsendeschluss ist der 1. November. Anschließend erstellen die Organisatoren (lesewütige Freiwillige willkommen ;-)) eine Vorauswahl, die von einer Jury aus Lehrenden verschiedener Institute noch einmal eingeengt wird. Zu gewinnen gibt es eine Publikation und Büchergutscheine.

Was noch nicht auf der Website steht, ist, dass wir im Moment noch über Sachpreise (trashnahe Bücher & DVDs) verhandeln. Außerdem hier noch die Mitglieder der Jury:
Dr. Holger Brohm (HU Berlin, Kulturwissenschaft)
M.A. Melanie Fritsch (Uni Bayreuth)
Prof. Christian Kassung (HU Berlin, Kulturwissenschaft)
Prof. Albert Kümmel-Schnur (derzeit Uni Wien, Medienwissenschaft)
Prof. Peter Wicke (HU Belin, Musikwissenschaft)

Samstag, 27. Juni 2009

Briefwechsel Schiller - Goethe

Leider habe ich den Startschuss selbst verpasst, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war, aber es ist endlich so weit:
Der schon einmal angekündigte Briefwechsel von Goethe & Schiller ist bereits dabei, hier veröffentlich zu werden.
Schnell die beiden verpassten Postings aufholen!

Viel Spaß!